Robert Böhme geht gerne spazieren. Und denkt dabei an den Mond.

Seit Juni dieses Jahres besitzt Robert Böhme wieder einen eigenen Wagen. Sein letztes Auto ging 2008 zu Schrott. Seither ist einiges passiert im Leben des Berliner Informatikers. Er hat sich ausführlich mit Bill Gates unterhalten, im Januar 2015 hat die Google Lunar XPRIZE Foundation 750.000 Dollar überwiesen. Er hat einiges erreicht. Aber das eigentliche Ziel ist immer noch weit weg.

384.400 Kilometer, um genau zu sein. Das ist die Distanz von der Erde zum Mond. Andere würde sie verunsichern. Robert Böhme hat das nie so gesehen.

„Es ist gut, etwas zu haben, das deutlich größer ist als man selbst. Daran kann man wachsen“, sagt er in einer Art, die klarmacht, dass man es mit einem Menschen zu tun hat, dessen Worte mit seinen Gedanken Schritt halten müssen. „Wir werden schon mal als die Mondleute bezeichnet. Andererseits wollen wir auch kein Start-up sein wie alle anderen, seit Steve Jobs gesagt hat, er wolle die Welt verbessern. Für so viele Leute, die das möchten, ist die Welt noch nicht besser geworden.“

Mastermind

Mastermind

Robert hat die Part-Time Scientists ins Leben gerufen. Er ist der Kopf der Mission – und die Mission ist in seinem Kopf.

Hier spricht aber kein Pessimist oder Zyniker. Ganz im Gegenteil. Als „unermüdlicher Optimist, der das Team vorantreibt“, wird Robert Böhme von seinen Kollegen beschrieben. Er ist der Kapitän, der diese seltsame, in alle Himmelsrichtungen verstreute Mannschaft aus Fachleuten auf Kurs hält. Er erklärt der Welt da draußen, dass er keinem Zusammenschluss von Spinnern vorsteht, sondern einer Expertenrunde, die durchaus gute Chancen hat, eine Rakete mit einem Rover auf den Mond zu schicken.

Teamgeist

Teamgeist

In unserem Team gibt es viele, die Platinen zwanzigmal besser löten als ich. Meine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass sie das in aller Ruhe tun können.

Andere in diesem Alter starten mit dem Geld eine Weltreise oder kaufen sich einen neuen Wagen. Aber Robert Böhme treibt immer schon etwas anderes an. Er wandert gerne, um seine Gedanken zu ordnen, aber noch viel lieber ist er in Communities aktiv. Schon vor Part-Time Scientists hat er ein auf Open Source basierendes Internet-Radio aufgebaut, früher leitete er eine große Community für Linux-Einsteiger. Und – ja, ein Klischee muss schon sein – als Fan der frühen Star-Trek-Filme hatte er auch immer ein Auge im Weltraum.

„Als Kind war ich fasziniert von dem Tricorder, mit dem man Menschen aus der Entfernung diagnostizieren konnte“, erinnert er sich. „Auch dafür gibt es einen XPRIZE, aber warum kommt sonst niemand auf die Idee, das zu bauen? Heute fehlt es an Visionären. Die Menschen stecken zu sehr in einem Optimierungswahn fest. Durch die aktuelle Kommerzialisierung soll nur noch alles Bestehende verbessert werden. So aber schafft man nichts Neues. Das Leben darf nicht nur aus Optimierung für den Kapitalismus bestehen.“

#MissionToTheMoon

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